Fotografieren mit einer alten DSLR

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    • Fotografieren mit einer alten DSLR

      Hallo,

      ist ein etwas längerer Text geworden, aber vielleicht fühlt sich ja jemand angesprochen/will mitdiskutieren :)

      eigentlich will man ja immer die neueste und beste Technik, um (vermeintlich?) bessere Fotos zu machen, sich weiterzuentwickeln, oder einfach wegen dem "haben-wollen".

      Mit meiner Canon EOS 1000D bin ich da eh schon ein Außenseiter - unterste Einstiegsklasse aus 2008 - schlimmer geht's nimmer. Die kann natürlich in Sachen Dynamikumfang, Funktionen, Geschwindigkeit, High-ISO Rauschverhalten,... mit neuen Kameras mithalten. Aber man kann damit fotografieren und hat ~80% der wichtigen Funktionen einer heutigen Standard-DSLR.
      Als Ergänzung dazu meine Sony RX100M3, die viele Möglichkeiten bietet im Hosentaschentauglichen Format.

      Doch irgendwie wollte ich etwas neues. Just 4 Fun. Eine spiegellose Systemkamera? Sehr geil! Ich brauche eigentlich keine optischen Sucher und Spiegel. Aber ist mir doch zu teuer. Eine neue DSLR? Nein, auch zu teuer, und dann schon eher eine spiegellose. Eine noch ältere DSLR? Hätte seinen Reiz, mit alter, eingeschränkter Technik trotzdem tolle Fotos zu machen. Finanziell auch schon um einiges realistischer.

      Also habe ich laufend die Augen nach alten Canon DSLRs (Canon aus dem Grund, dass ich meine Objektive verwenden kann) offen gehalten, und die realistische Auswahl auch bald auf folgende Modelle eingeschränkt: EOS 300D und EOS 350D.
      Und seit gestern habe ich eine 300D vor mir liegen :) Dazu einen BG-E1 Batteriegriff, 2 Canon Akkus, 1GB CF Karte, 8 GB CF Karte, OVP, Ladegerät und alle Kabel. Das alles inklusive Versand um € 37 :)

      Gestern habe ich bereits etwas probiert, was der "Opa" so kann:
      - man braucht Geduld: alles ist sehr langsam, vor allem wenn man in RAW fotografiert, muss man dem Ladebalken zuschauen
      - Einschränkungen, die gleich auffallen: keine ISO-Automatik, keine Auswahl für Belichtungsmessung
      - Mini-Display, aber dafür eine zusätzliche Anzeige für die wichtigsten Parameter
      - der Batteriegriff ist ein echt tolles Zubehör für Hochformat-Aufnahmen

      nach den ersten Testfotos gleich mal am PC angeschlossen und...wieder warten...der Kopiervorgang dauert trotz der kleinen Dateien ewig. Man ist es einfach schon gewohnt, dass alles schneller läuft ;)
      Aber dann: Wow, das Ding ist nichtmal schlecht!
      Wenn man damit umgehen kann, ist die 300D wirklich ein tolles Werkzeug, mit dem man einiges machen kann. Es macht richtig Spaß, mit dem Oldie zu fotografieren, und sich auch etwas mehr Zeit zu nehmen und mehr Gedanken zu machen. Denn einfach abdrücken ist da nicht. Ich arbeite zwar sowieso meistens im Zeitautomatik-Modus, aber alleine die fehlende Auto ISO-Einstellung ist schon ungewohnt.
      Die 300D wird sicher nicht meine Hauptkamera werden, aber trotzdem öfter mal zum Einsatz kommen, einfach - wie das ursprüngliche Kaufmotiv - Just 4 Fun. Wenn meine 1000D jetzt defekt wäre, würde ich wohl gänzlich auf die 300D umsteigen.

      Wie steht ihr zu dem Thema? Fotografiert ihr auch mit einer alten Kamera? Vielleicht sogar als einzige Kamera? Könntet ihr euch vorstellen, auf die ganze moderne Technik zu verzichten?


      Freue mich auf eure Antworten :thumbup:
      Christoph


      und noch eine kleine Auswahl der Fotos, die ich gestern beim testen der 300D gemacht habe. Alles unbearbeitete JPEGs, OOC. Objektiv war das Canon EF 50mm 1.4





    • ich habe mit der Canon 300D angefangen - hab sie leihweise gehabt um überhaupt mal ne DSLR zu haben! War ein toller Einstieg, hab auch viele Bilder gemacht - allerdings hast Du da ein Top Objektiv dabei...! Bin mittlerweile bei der 700D von Canon und bin sehr glücklich über den Aufstieg! Möchte auch nicht mehr zurück!

      Dennoch war es auch mit der Alten eine interessante Zeit, hab einiges über die Modi die es gibt gelernt! Auch Zusammenspiel Blende, Zeit und ISO konnte ich gut üben!

      Für knapp 40 Euro als Spielerei find ichs okay!

      Ps bei der 300D hat der Verschluss dann schon rumgesponnen und ging dann ganz kaputt leider.. :(
      :rolleyes: Fotografie ist die Kunst, trotz aller Technik gute Bilder zu machen :rolleyes:
    • Drei gute Bilder hast da mit der 300D gemacht, wenn wer mit der Kamera umgehen kann, dann schafft man auch mit älteren Geräten Top-Ergebnisse.
      Danke auch für den Bericht, war interessant zu lesen.
    • Weiterhin viel Spaß mit dem Youngtimer!

      Ich gebe meine alten Kameras inzwischen beim Kauf von neuen grundsätzlich sofort ab, weil sonst zu viel ungenutzte Elektronik herumliegt. Deshalb habe ich auch keine alten mehr herumstehen. Und exra eine alte kaufen - nein das mag ich auch nicht. Wozu Geld für eine, die weniger kann als die, die ich eh schon habe?

      thechris schrieb:

      Es macht richtig Spaß, mit dem Oldie zu fotografieren, und sich auch etwas mehr Zeit zu nehmen und mehr Gedanken zu machen.
      Dieses Argument habe ich noch nie verstanden. Auch mit der allerneusten kann (und ich mache es auch, wenn mir danach ist) ich mit fester ISO, manueller Belichtung, und manuellem Fokus fotografieren, dazu brauche ich keine alte.

      Was macht Dir mit der 300D mehr, anders Spaß als mit der 1000D?
      Carpe Diem!

      OhWeh

      WICHTIG für BAYERN: volksbegehren-artenvielfalt.de

    • @smilybaer: Ah cool, ich habe damals mit einer 400D angefangen. Mit dem Objektiv hast du recht, das macht natürlich auch viel aus. Kann ich natürlich verstehen, dass du von der 700D nicht mehr zurück willst ;)

      @Vanek: Danke!

      @OhWeh: Ist nur vernünftig, nicht jedes Modell anzusammeln, irgendwann würde der Kameraschrank übergehen ;) Bei mir war die Situation so, dass ich einfach etwas neues (wobei neu nicht "neue Technik" heißt) wollte. Ich bin recht technikbegeistert und hatte einfach Bock, etwas anderes auszuprobieren.
      Auch mit der allerneusten kann (und ich mache es auch, wenn mir danach ist) ich mit fester ISO, manueller Belichtung, und manuellem Fokus fotografieren, dazu brauche ich keine alte.
      das stimmt, allerdings bin ich irgendwie zu faul, ständig ISO manuell einzustellen, wenn es nicht gerade sein muss. Bei der 300D muss ich es immer.


      OhWeh schrieb:

      Was macht Dir mit der 300D mehr, anders Spaß als mit der 1000D?
      Grundsätzlich, dass es so alte Technik ist, und doch funktioniert. Das alleine gefällt mir schon. Andererseits das "rumspielen" mit der für mich neuen Kamera. Die Freude daran, wieder was neues zu haben.
      Also wie du siehst, keine "Hard Facts" sondern rein emotionale Sachen :)
    • So soll es ja eigentlich auch sein ;) Gibt eh genug Technikfetischisten, die ständig auf der Suche nach DER perfekten Ausrüstung sind, und Fotos nur anhand der Schärfe, des Dynamikumfangs etc. beurteilen. Beim fotografieren geht es doch eigentlich um viel mehr.
    • Fotografieren sollte man in erster Linie eigentlich um bestimmte Sachen in Erinnerung zu behalten, zB. Werdegang eines Kindes, seines Haustieres, Freunden / der Frau an seiner Seite.
      Natürlich ist mit der neuesten Technik ein wenig mehr hinzu gekommen, man knipst einach viele Dinge die man früher vielleicht nicht fotografiert hätte, zudem hat ja jeder heute genug Speicherplatz, was früher nicht war.
      Ich sage so ich bin froh dass ich meine 5d Mark 3 habe die mir in bestimmten Fällen das Leben erleichtert beim Fotografieren. Aber hätte ich die nicht wäre ich auch über eine 300d glücklich, das wichtigste ist eine Kamera muss zumindestens eine bestimmte Qualität an Bilder bringen bzw. Fotos vom Lebensalltag einfangen können, und das ohne Rauschen.
      Noch immer ist der Fotogaf das wichtigste bei der Kamera, denn wenn einer nicht knipsen kann ist es egal was er in Händen hält, dann schafft er es mit einer guten erst recht nicht.

      @thechris , ist das dein Sohn? Grade das erste Bild gefällt mir gut, weil es eine Erinnerung zeigt, die sicher das Kind in 20 Jahren auch gerne mal sehen möchte. Und man sieht auch mit älteren Kameras kann man gute Fotos erstellen, wenn man weis wie man forografiert. Natürlich dauert es vielleicht mehr Zeit als mit einer neuen, weil es da noch nicht alle Automatiken gibt, aber die können auch was.
    • ich hab mit der 1100D angefangen, vor ein paar Jahren
      danach hat mich die 70 D angelacht :D mit der "Alten" darf jetzt mein Mann fotografieren (wenn er möchte)

      auf moderne Technik will ich ganz ehrlich nicht verzichten, warum auch
      wenn die "Alte" den Geist aufgibt kauf ich mir eine neue, bessere, schnellere :D
      aber solange die 70 D meine Bedürfnisse befriedigt und das tut sie auch habe ich beschlossen keine neue zu kaufen
      Sei meines Hundes Freund und du bist auch der meine :knipsi:

      Liebe Grüße

      Felli
    • Na dann hier mal mein Senf. :D
      Muß allerdings etwas ausholen.
      Mit der fotografie begann ich Anfangs der 80er mit einer Canon AE1 Programm, der kurz darauf eine F1 (alt) folgte.
      Ins digitale Zeitalter wechselte ich anfangs der 2000ter mit einer Olympus Camedia 3040 Zoom (mit sagenhaften 3.3 Megapickeln) :opi: . Mit der ich hauptsächlich Bilder von meinem damaligen Hobby (Airbrush) für meine Webseite machte. Nur die Speicherkarten waren mehr als zerbrechlich, irgendwann gab es leider keine mehr im Handel. :/

      Somit brauchte ich eine neue Digitale. Es wurde dann 2006 meine Diva (Pentax K10 D) der dann 2011 die K5 folgte, da ich zu der Zeit viel im Bereich Wildlife unterwegs war. Die ISO und der AF der K10 allerdings nicht das gelbe vom Ei war.
      Da man aber auch nicht überall die große DSLR mitschleppen kann kaufte ich mir 2013 eine gebraucht Fuji x10 (meine Ida (Immerdabei)) mit nicht mal 1000 Auslösungen auf den Zähler.
      In Gebrauch sind nach wie vor noch alle 3 Kameras, für Landschaftsaufnahme verwende ich allerdings am liebsten mein Diva K10, da hab ich Zeit zum Fotografieren. Für Makro oder Tierfotografie muß die K5 herhalten schon wegen den extrem besseren ISO Fähigkeiten und den besseren AF.

      Was in meinen Augen wichtiger ist als das Gehäuse sind gute Linsen, da hatte ich eine zeitlange ganz heftige LBA (lens buy addiction) davon bin ich aber mittlerweile geheilt :D (hab alles was ich brauche)0 , das ging soweit das ich mir für sehr sehr sehr viel Geld ein Pentax 600 f4 kaufte. Das ich aber mitlerweile (mit Gewinn) wieder verkauft habe.

      Dann möchte ich noch auf meine Signatur verweisen, das sagt denke ich alles. Technik kann zwar helfen, aber nur weil man immer das neueste und beste hat kommen da nicht automatisch super Fotos raus.

      So, habe fertig. :prost:
      Gracias por un buen tiempo en el foro
      Adios

      Diskussionen, Feedback / Kritik zu eingestellten Bildern sucht man hier vergebens. Ist hier nur noch ein Bilder zeigen.
      Es sei denn man gehört zu einem erlauchten Kreis, dann wird sich gegenseitig beweiräuchert.
      :thumbup:
    • thechris schrieb:

      Wie steht ihr zu dem Thema? Fotografiert ihr auch mit einer alten Kamera?


      meine älteste ist eine oly-e500 von 2005 und die benutze ich zeitweise noch - macht noch immer klasse fotos.
      ausserdem ist die für ein consumer-modell ganz gut ausgestattet, alle möglichen belichtungsmessmethoden, display ist mit 2,5 " groß genug.
      iso-automatik hat sie auch (bleibt aber automatisch immer bei 100 iso :D )ausserdem ist sie schnell genug usw


      Vielleicht sogar als einzige Kamera? Könntet ihr euch vorstellen, auf die ganze moderne Technik zu verzichten?


      nein, aber ich brauch nicht das brandneueste aktuelle modell - ich warte meist auf den ausverkauf eines modells, dann ists teuer genug und ich erspar mir diverse updates
    • @mE.: Sehr interessanter Text, danke!
      Was in meinen Augen wichtiger ist als das Gehäuse sind gute Linsen
      Stimmt, das habe ich durch die 300D auch wieder neu erfahren dürfen - gutes Objektiv davor und das Ergebnis stimmt :)
      Und gut dass du nun von der LBA geheilt bist :D


      @pätzi: Ist ja eine coole ISO-Automatik :D
      Das mit dem warten auf das Nachfolgemodell lohnt sich manchmal wirklich, vor allem weil sich oft nicht viel verändert hat