Oktober 2017 - Sitzt, passt, wackelt und hat Luft!

    • Bodensee 2017
      Wir freuen uns königlich/22


      Künstlerlandschaft auf der Höri




      Bild 1: Um 1900 ließen sich zahlreiche Künstler und Literaten,
      angezogen von der schönen Landschaft,auf der Bodenseehalbinsel Höri nieder





      Bild 2: Auf diesem Bild klingt die Verbindung zu den „Blauen Reiter“ und „Brücke“ an




      Bild 3: Andere sahen sich in den 30er Jahren aufgrund der politischen Entwicklungen zum Rückzug gezwungen.
      Besonders die von den Nazis verpönten „entarteten“ Künstler




      Bild 4: Künstlerisch waren ganz unterschiedliche Positionen vertreten, sodass man von keiner Stil-,
      sondern eher von einer Schicksalsgemeinschaft sprechen kann




      Bild 5: Aktuell findet eine Lesung von und über Manfred Bosch statt,
      der auch zahlreiche Ausstellungen erarbeitet hat, auch im Hesse Museum



      Bild 6: Geschmunzelt werden darf auch



      Bild 7: über so manche Zitate und wie/wo sie angebracht sind



      Bild 8: Nochmal ein Blick ins Schreibzimmer - siehe abgesessenes Stuhlkissen -




      Bild 9: des jungen Hesse




      Morgen nehmen wir mit dem Besuch bei einem anderen bekannten Künstler auf der Höri Abschied vom Bodensee...


      Guten Wochenstart
      Pumi Kolumna






      :danke: und freut mich, dass euch meine Herbstfotos gut gefallen, Dani und OhWeh :knuddel:
    • Bodensee 2017
      Wir freuen uns königlich/23


      und schauen in Hemmenhofen bei Otto Dix rein - Familienleben


      Bild 1: Otto Dix ist 1891 in Gera geboren, hatte von 1925-33 eine Professur an der Kunstakedemie in Dresden.
      Musste dann aber wegen der Nazis und vonwegen „entarteter Kunst“ an den Bodensee auf die Höri flüchten.
      Sein Haus ist seit 2013 ein Museum.




      Bild 2: Es ist ein schönes Anwesen, hoch oben am Berg mit herrlichem Blick auf den See, großem Atelierfenster...




      Bild 3: ...umgeben von einem freundlichem Garten




      Bild 4: Es war ein gastfreundliches Haus... – die fahlen Bilder im Hintergrund,
      sieht der Museumsbesucher in original Bunt bei einem Klick auf das Führungsdingens.
      Die Originale hängen heute in Museen in aller Welt!




      Bild 5: ...und man saß gemütlich im Wohnzimmer zusammen





      Bild 6: oder tanzte ausgelassen im Musikzimmer, denn Otto Dix und seine Frau Martha hatten als junges Paar
      sogar mit dem Gedanken gespielt Profitänzer zu werden




      Bild 7: Das Ehepaar Dix hatte drei Kinder: die Tochter Nelly (1923–1955) und die Söhne Ursus (1927–2002) und Jan (*1928)
      Nelly war wohl der Liebling von Papa Dix, ihr Schlafzimmer ist besonders liebevoll ausgestattet mit bemalten Möbeln



      Bild 8: wunderschön das Himmelbett :love: :love: :love:




      Bild 9: ein Märchenbuch!



      Eine Fortsetzung über den Maler Dix gibt es morgen noch...


      Schön, dass Dix in seiner Familie den gerade für Künstler notwendigen Halt fand
      Pumi Kolumna


    • Bodensee 2017
      Wir freuen uns königlich/24

      ...schauen in die Künstlerwerkstatt
      und nehmen Abschied vom See



      Bild 1: Im Atelier




      Bild 2: tobte sich der Maler in seiner „neuen Sachlichkeit“ aus




      Bild 3: Durch das große Fenster fiel das Licht auf seine Staffelei




      Bild 4: Dann wurde in Farben geschwelgt




      Bild 5: Mit dieser Studie erklärt Dix seine Maltechnik




      Bild 6 : Als "Neue Sachlichkeit" bezeichnet man eine Kunstströmung zur Zeit der Weimarer Republik.
      Sie grenzte sich insbesondere vom Expressionismus ab.




      Bild 7: Es wurde wieder realistischer gemalt. Traditionelle Techniken und Malweisen wurden wieder aufgegriffen.
      Kühl und nüchtern sollte die Wirklichkeit abgebildet werden. Gerne gemalt wurden Stillleben und Porträts.
      Das Bild im Vordergrund, ein Selbstporträt, Dix mit Enkelin.




      Bild 8: Der jüngste Sohn des Malers, Jan Dix, erinnert sich daran, dass in Hemmenhofen überall Bilder seines Vaters hingen:
      "Einen freien Platz auf der Wand gab es nicht."




      Bild 9: Für Jan und seine Geschwister war es ganz normal beim Essen auf „entartete Kunst“ zu blicken
      und geschadet hat es ihnen nicht...




      Bild 10: Auch die Kinder waren künstlerisch sehr begabt, Ursus wurde Restaurator.
      Auch Nelly malte und war literarisch aktiv – dieser Kamin im Wohnzimmer vom Dixhaus wurde von ihr bemalt.





      Bild 11: Jan Dix lebt noch und hat sich als Goldschmied einen Namen gemacht –
      diese Bronze/Silber?arbeiten im Haus hat er wohl angefertigt





      Bild 12: Wir genießen auf der Terrasse noch ein Käffchen und hausgemachten Streuselkuchen, die schöne Aussicht
      und fühlen uns zu Gast bei Otto Dix





      Bild 13: Dann ziehen wir die Tür vom Dixhaus mit dem schönen Griff von Jan Dix zu
      und sagen dem Bodensee – hoffentlich – Aufwiedersehen




      Vielleicht konnte ich euch ja zu einem Urlaub am schönen Bodensee animieren,
      und auch ihr hattet hoffentlich ein bissl Spaß an der Bilderreise


      Pumi Kolumna

    • Pumi, bei mir hast Du es geschafft, schöne Bodenseebilder :gefaellt:
      Mir gefallen die Decken- und Wandmalereien in der Kirche besonders gut. Schön, das Du überhaupt fotografieren durftest!
      Herzliche Grüße, Petra :wave:
      Man kann nicht Negatives denken und Positives erwarten.
    • Herbstliche Wege
      Joachim Ringelnatz (1883 - 1934)

      Des Sommers weiße Wolkengrüße

      zieh'n stumm den Vogelschwärmen nach,




      die letzte Beere gärt voll Süße,
      zärtliches Wort liegt wieder brach.






      Und Schatten folgt den langen Wegen
      aus Bäumen, die das Licht verfärbt,




      der Himmel wächst, in Wind und Regen
      stirbt Laub, verdorrt und braun gegerbt.






      Der Duft der Blume ist vergessen,
      Frucht birgt und Sonne nun der Wein




      und du trägst, was dir zugemessen,
      geklärt in deinen Herbst hinein.



      und ins Fofo trag ich's auch

      Pumi Kolumna

      Freut mich, dass ihr die Bodensee-Reise mit mir genießen konntet, OhWeh und Petra :danke:
      und daraus wird jetzt das neue Album mit Papierfotos für meine Freundin,
      das nächste im Bodensee-Roman
    • Neu

      Der treue Kater

      Kalendergeschichte




      Ein Akazienzweig




      Papiertaschentücher





      und ein Plastikbecher





      gehören zu den kleinen Geschenken, die Taldo, ein drei Jahre alter, grau-weißer Kater





      auf dem Grab seines früheren Besitzers Lozelli Renzo in Montagnana/Italien, platziert.
      Tag für Tag seit seinem Tod.





      Renzo hatte Toldo aus einem Tierheim zu sich genommen, als der Kater drei Monate alt war, und die zwei waren bald unzertrennlich.
      Nach Renzos Tod folgte Toldo dem Sarg bis zum Friedhof, wo er noch heute täglich mehrere Stunden Wache hält.




      Vonwegen Katzen wären treulos
      Pumi Kolumna

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      Als die Oktoberfee das Land bunt bemalte/2 (Forts. vom letzten Sonntag)
      © Elke Bräunling
      Quelle:fantasiereisen.wordpress.com/2…ee-das-land-bunt-bemalte/


      Die Sonne half ihr dabei. Sie legte ihre Strahlen auf das bunte Laub und überall im Land lag plötzlich kräftig buntes goldenes Oktoberlächeln.





      Nur die Nadelbäume lächelten nicht. Bittend sahen sie die Oktoberfee an, doch die schüttelte ihr Haupt, so wie sie es jedes Jahr tat.




      Dann griff sie in die Taschen ihres rotgoldenen Umhangs und bestäubte die traurigen Nadelbäume mit klitzekleinen glasklaren Duftkügelchen.
      Die umschmiegten die Nadeln der Bäume und ließen sie noch grüner leuchten als sonst.




      Und wie sie nun dufteten! So wunderherrlich und köstlich – und irgendwie auch feierlich -, dass die Menschen nicht nur die bunten Herbstbäume bewunderten.



      Nein, sie schauten auch immer öfter zu den grünen Nadelbäumen
      und spürten, wie der Herbstabschiedsschmerz einer feierlichen Vorfreude auf die Wintertage mit ihren Festen Platz machte.




      „Gut so“, murmelte die Oktoberfee. „Nun sind alle zufrieden … und ich bin es auch. Ein paar Sonnentage noch, dann können sie kommen, die Stürme des Herbstes.“
      Und murmelnd zog sie weiter ins nächste Land. Noch viel war zu tun in diesem Oktober.




      Stürme hatten wir schon genug,

      jetzt bitte noch ein bissl goldene Oktobersonne

      wünscht sich Pumi Kolumna
    • Neu

      Auf dem Berwartstein/1

      Die Legende von der Burgfrau






      Die auf hohen Felsen errichtete Raubritterburg Berwartstein bei Dahn im Pfälzer Wald

      zieht mit ihrer faszinierenden Gestalt alljährlich tausende Besucher in ihren Bann.
      Foto 1: Aus dem fahrenden Bus aufgenommen





      Wie man es zurecht von solch einem mittelalterlichem Gemäuer erwartet,
      gibt es auch zur Burg Berwartstein tatsächlich eine düstere Legende.
      Foto 2:




      Bevor Raubritter die trutzige Burg überfielen und einnahmen, wurde sie von einem Adligen und seiner kleinen Familie bewohnt.
      Foto 3:




      Im Zuge der erbitterten Kämpfe mit dem Diebesgesindel kamen der Burgherr sowie all seine Bediensteten zu Tode.
      Foto 4:




      Nur die Burgfrau mit ihrem Baby konnte sich verstecken, allein die Flammen eines ausgebrochenen Feuers drohten sie bald zu ersticken.
      Foto 5:




      Ihr blieben nur zwei mögliche Wege:
      Sich den rohen Besatzern zu ergeben oder der zielsichere Sprung in den Tod.
      Die stolze Burgherrin entschied sich in ihrer Verzweifelung für die zweite Variante.
      Foto 6:




      Der Sage nach soll sich dieses Schauspiel seither zu jedem Jahrestag um Mitternacht wiederholen.
      Der Geist der Burgfrau ist verdammt dazu Jahr für Jahr die schrecklichen Ereignisse von einst erneut zu durchleben.

      Foto7: und jetzt wird’s wirklich ein bissl gruselig...
      Der Abschluss der Führung ging durch einen stockdunklen Geheimgang durch die Burg,
      nur erhellt durch Teelichte in den Nischen,
      aber man sah echt die eigenen Füße nicht und es war ein Vorwärtstasten durch's Dunkel,
      für uns Alte nicht ungefährlich...
      Sicher wurde seitens Führung gewarnt, aber was der Bursch erzählte, kann ich ja nicht hören...
      Ich fotografierte dann trotzdem mal mitten ins Dunkel rein
      und was seh ich nachher auf dem Foto? ...die weiße Frau, die Burgfrau :silke:





      Sie besteigt mit ihrem Baby die Burg, um sich gleich darauf gemeinsam mit ihrem Kinde kopfüber von den Felsen zu stürzen.
      Foto 8:




      Morgen noch ein bissl Historisches zur Burg...

      Es grüßt aus ihrer Kemenade Pumigunde
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      Auf dem Berwartstein/2

      Wo der Raubritter Hans Trapp lebte
      Quelle: de.wikipedia.org/wiki/Burg_Berwartstein


      Foto 1: Wie viele andere Burgen der Gegend ist auch der Berwartstein

      eine weitgehend in den gewachsenen Sandstein gehauene Felsenburg.




      Foto 2: Treppen, Gänge und Kammern sind aus dem Fels gemeißelt.
      Beim Berwartstein gruppieren sich diese Räume zu einem komplexen Höhlensystem,
      das den großen Felsen der Oberburg durchzieht.




      Foto 3: Ein Beleg für das Können der Baumeister ist der Burgbrunnen,
      für den ein etwa 104m, nach anderer Quelle 75m tiefer Brunnenschacht
      in Handarbeit senkrecht durch den Fels bis auf die Talsohle getrieben wurde.
      Dieser Schacht, der seinen Durchmesser von 2m über die gesamte Tiefe beibehält,
      garantierte bei Belagerungen die Wasserversorgung
      und damit die erfolgreiche Verteidigung der Burg.




      Foto 4: Die tiefsten Bereiche im Felsen gehören zu einem ausgedehnten System
      unterirdischer Gänge und Kasematten, die ebenfalls der Verteidigung des Berwartsteins dienten




      Foto 5: Durch einen verborgenen Gang soll sogar die fast 400m entfernt
      auf einem Nachbarberg gelegene Vorburg Klein-Frankreich mit der Hauptburg verbunden gewesen sein.




      Foto 6: Das führt uns zum berühmt berüchtigten Raubritter Hans Trapp.
      Gegen den Protest des Klosters Weißenburg, das sich weiterhin als Eigentümer sah,
      übergab 1480 Kurfürst Philipp der Aufrichtige die Burg seinem Marschall Hans von Trotha,
      regional auch „Hans Trapp“ oder (seltener) „Hans Trott“ genannt, zu erblichem Lehen.
      Unter dessen Herrschaft wurde sie weiter befestigt und erwarb sich den Mythos der Uneinnehmbarkeit.




      1484 ließ der neue Burgherr südlich gegenüber der Hauptburg und 370 m Luftlinie entfernt
      ein Vorwerk mit einem 14 m starken Turm errichten, das später im Volksmund „Klein-Frankreich“ genannt wurde.




      Fortsetzung folgt Morgen
      Jetzt muss ich gleich in die Folterkammer meine Krönung vorbereiten lassen – ich hoffe, ich überleb's





      Pumigunde

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      Hans von Trotha, der mit etwa zwei Meter Körpergröße auch für heutige Verhältnisse von imponierender Statur gewesen sein soll, ging unter seinem volkstümlich verballhornten Namen „Hans Trapp“, gelegentlich auch „Hans Trott“ oder „Hans Drot“, ins Sagengut der Region ein. Er wurde dabei nicht nur mit dem erst später geprägten Begriff Raubritter bezeichnet, sondern im Laufe der Zeit auch immer mehr zum Kinderschreck verzerrt, der als „schwarzer Ritter“ angeblich keine Ruhe findet und nächtens durch den Wasgau geistert. Sogar in der Sage vom Jungfernsprung muss sein Name für den Unhold herhalten, welcher der weiblichen Hauptperson die Unschuld rauben will.


      Foto 1: Der Jungfernsprung im nicht weit entfernten Dahn


      Im benachbarten Elsass wird der Name Hans Trapp benutzt, um Kinder in Furcht zu versetzen; Hans Trapp und nicht Knecht Ruprecht tritt hier im Gefolge des Nikolaus oder des Christkinds auf. Aussehen und Ausstattung des Hans Trapp (weißer Bart, Zipfelmütze und Rute) werden in folgendem Dialektgedicht aus dem Elsass beschrieben, das daneben ins Hochdeutsche übertragen ist:



      Schau, da kommt der Hans Trapp.
      Er hat eine schöne Zipfelkapp’

      Foto 2: Hans Trapp vor der Wand von der Burgkapelle





      Und einen Bart weiß wie ein Schimmel.
      Er kommt vom schönen Sternenhimmel


      Foto 3: Die Nebelschleier liegen noch über dem Wasgau




      Und bringt den Kindern eine Rute,
      Die nicht tun singen und beten.


      Foto 4: Leider wurden wir nicht ins Innere der Burgkapelle geführt,
      die schön ausgemalt ist - vermutlich wird gerade renoviert...
      Vielleicht hab ich beim nächsten Besuch dort mehr Glück!





      Schau, Hans Trapp, wir sind so klein
      Und brav und folgen daheim.

      Foto 5:





      Musst nicht kommen mit dei’m Stecken,
      Denn wir können singen und auch beten.


      Foto 6: Der aktuelle Burgherr sammelt Mittelalterliches, das in verschiedenen Räumen der Burg gezeigt wird,

      keine Originale vom Berwartstein,der ausbrannte



      Bald ist ja wieder Weihnachtszeit,
      einen Vorgeschmack zu den Lebkuchen vom Supermarkt :D

      Es grüßt die Weihnachtsfrau in spe
      Pumi Kolumna
    • Neu

      Auf dem Berwartstein/4
      Quelle:de.wikipedia.org/wiki/Burg_Berwartstein



      Und das hatte es historisch mit dem Hans Trapp auf sich...



      Der Ritter Hans von Trotha war Marschall der Kurfürsten von der Pfalz und trug den französischen Ehrentitel eines Chevalier d'Or.

      Hans von Trotha wurde um die Mitte des 15. Jahrhunderts mit großer Wahrscheinlichkeit in Krosigk (heute Sachsen-Anhalt) geboren
      und starb 1503 auf der Burg Berwartstein.

      Foto 1





      1453 begab sich das KlosterWeißenburg unter den Schutz des Kurfürsten von der Pfalz,
      womit die Einräumung des sogenannten Öffnungsrechts verbunden war.
      Dies hätte dem Schutzherrn im Kriegsfall die unentgeltliche Nutzung des Klosters erlaubt.

      Foto 2



      Gegen den Protest des Klosters, das sich weiterhin als Eigentümer sah,
      übergab 1480 Kurfürst Philipp der Aufrichtige die Burg seinem Marschall Hans von Trotha,
      regional auch „Hans Trapp“ oder (seltener) „Hans Trott“ genannt, zu erblichem Lehen.

      Foto 3



      Unter dessen Herrschaft wurde sie weiter befestigt und erwarb sich den Mythos der Uneinnehmbarkeit.
      1484 ließ der neue Burgherr südlich gegenüber der Hauptburg und 370m Luftlinie entfernt
      ein Vorwerk mit einem 14m starken Turm errichten, das später im Volksmund „Klein-Frankreich“ genannt wurde.

      Foto 4



      Im folgenden Jahr übereignete der Kurfürst auch das „Zugehör“ der Burg an Hans von Trotha.
      Dieser ließ, weil das Kloster Weißenburg wiederum heftig protestierte, kurzerhand die nahe Wieslauter aufstauen
      und entzog so dem 8km abwärts gelegenen Städtchen Weißenburg das Wasser.

      Foto 5




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    • Neu

      Fortsetzung...

      Nach den (erwarteten) Beschwerden von Abt Heinrich, der von 1475 bis 1496 amtierte,
      sorgte der Ritter für das Einreißen des Staudamms und verursachte in Weißenburg eine gewaltige Überschwemmung.
      Das Kloster bat daraufhin Papst Innozenz VIII., gegen Hans von Trotha den Kirchenbann zu verhängen,
      was der Nachfolger Alexander VI. 1499, 14 Jahre nach der sogenannten Wasserfehde, auch tat.


      Foto 6




      Um nicht ebenfalls dem Bann zu verfallen, musste sich sein bisheriger Gönner,
      der Kurfürst, von seinem Gefolgsmann lossagen.
      Schon 1496 hatte sich der römisch-deutsche König und spätere Kaiser Maximilian I. gezwungen gesehen,
      gegen den Ritter die Reichsacht auszusprechen.
      Hans von Trotha kümmerte dies alles bis zu seinem Tode (1503) nicht,
      und zwei Jahre später wurden sämtliche Sanktionen postum aufgehoben.

      Foto 7




      Die dramatische G'schicht gibt es an den Wänden der Burgschänke zu sehen.
      Da stand ein Schild, das fotografieren nicht erlaubt sei, aber ich vermute nur für die Touris, die nicht dort einkehren.
      Wenn ich dort nochmal hinfahre, esse ich in der Schänke was, mal sehen, ob ich dann zu den übrigen Attraktionen Zugang habe...

      Foto 8




      1591 brannte die Burg nach einem Blitzschlag aus und wurde zur Ruine.
      In den folgenden Jahrhunderten wechselte der Berwartstein mehrfach den Eigentümer,
      bis er 1893 an Theodor von Baginski (1845–1929) kam.
      Dieser ließ ihn innerhalb von zwei Jahren wieder – überwiegend nicht originalgetreu – ausbauen
      und wohnte dort von 1899 bis zu seinem Tod.
      Die teilrestaurierte Burg steht in Privateigentum und dient bis heute als Wohnung.
      Der Rittersaal wird als Restaurant genutzt, ist aber frei zugänglich.

      Foto 9




      Lassen wir die Vergangenheit ruhen,
      und wenden uns wieder den aktuellen Realitäten zu
      Pumi Kolumna