fotografie oder illusion

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    • fotografie oder illusion

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      wenn ein fotograf mir erzählt wie seine fotos entstanden sind, komme ich in letzter zeit immer mehr ins grübeln. da wird getrixt und geschummelt (mir fällt keine bessere wortbeschreibung ein) allüberall! was ich schlussendlich als foto betrachte, ist ja im grunde längst gar kein "foto" mehr. es ist die illusion einer szene, die so nie stattgefunden hat. sauber verarbeitet und in einem endprodukt als ein "foto" präsentiert.

      dann frage ich mich jedes mal, ob mir ein foto (nachdem ich nun weiß das es so gar nie aufgenommen wurde) nicht mehr gefällt. nein. irgendwie nicht. irgendwie ist doch dieses ganze bild nur noch reine trixerei. anscheinend bin ich da viel zu naiv wenn ich denke, ich könnte dem trauen, was ich sehe. kann ich nicht. - und ich spreche hier nicht von werbung! ich meine ganz "normale" fotos, wie man sie im fofo zeigt. nicht im bereich bildexperimente, sondern in rubiriken in denen ich nie auf die idee kommen würde darüber auch nur nachzudenken. das hinterlässt ein merkwürdiges gefühl. dann frage ich mich natürlich - und wieviel stimmt in den anderen fotos? wozu schreibe ich dann meine gedanken dazu? denn: wozu genau schreib ich sie wirklich? mit diesem hintergrundwissen würde ich ein foto doch ganz anders ansehen und anders kommentieren. aber so fühle ich mich einer täuschung erlegen. das ist der punkt, an den ich in letzter zeit immer häufiger komme.

      fotos sind möglicherweise also grundsätzlich immer kompositionen mehrer einzelbilder. oder zumindest wird so viel an einem foto gearbeitet und retuschiert, dass es am ende völlig anders aussieht und mit dem orignal rein gar nichts mehr zu tun hat. anscheinend ist es "aus der mode gekommen", ein bild vor dem auslösen zu komponieren - sodass ich in dem moment "mein foto" habe, in welchem ich den auslöser drücke. wenn ein motiv bis zum fotografischen endergebnis jedoch "verfälscht" wird (eine situaton vorgegaukelt wird, die so nicht vor ort anzutreffen war), dann ist das "fotografische endergebnis" mit einem "herkömmlichen foto" doch nicht vergleichbar....oder doch?

      es ist wirklich schwierig für mich. denn meine gedanken zum foto beziehen sich somit nicht auf das was jemand fotografiert hat, sondern auf das ergebnis einer arbeit (die unumstritten sehr sauber und qualitativ hochwertig ausgeführt wurde) aber dennoch eine illusion ist, der ich (ohne es zu wissen) erliege....


      wie geht es euch damit und wie seht ihr das? was ist eure meinung dazu?

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    • nun, ein interessantes und wichtiges Thema.
      Für mich ist es wichtig, das der Betrachter offen ist für das, was ich zeigen will.
      Somit scheiden bei mir mal Kritiken wie zB. ein so ein schönes Bild, wenn das und das und das noch ein bisschen schöner wären. aber warum denken diese Leute (so frage ich mich dann) ich will mit meinen Bildern einen Schönheitswettbewerb der "Postkartenbilder" gewinnen. Also, wenn ein (mein) bild danach beurteilt wird, wie es sich der Betrachter wünscht, wie er das Motiv umgesetzt hätte, egal was ich alles in das Bild hineinlegen will.
      Ich spreche jetzt natürlich nicht von "Reportagen", wo ich einfach durch des Objektiv meiner Cam und den Sensor zeigen will, was mein Auge sieht, ohne besondere "Verschönerungen" anwenden zu müssen.
      Ich spreche von gesetzten, inszenierten Bildern.
      Ich habe eine Idee, eine Inspiration, ein Anliegen, eine Philosophie, die ich in einem Bild transportieren will. Der Ausgangspunkt ist virtuell in meinem Kopf, ich setzte es mit allen möglichen Mitteln zusammen, um daraus ein Bild zu komponieren.
      Es ist für mich dabei gleichwertig, ob ich sehr viel "Modellbau", "Licht Inszenierung" und zusammentragen und bewegen von Requisiten betreibe, oder ob ich einiges bis sehr viel in die komplexe Bildbearbeitung (und ich sage bewusst nicht Fotobearbeitung) am Computer transferiere, das mir oft erst die Möglichkeiten gibt, meine künstlerischen Ideen umzusetzen, die ich ohne Computerarbeit oft nicht oder nur mit hohem Aufwand realisieren könnte.

      aber oft ist die Ausgangslage anders, wenn ich Knipsis bezaubernde Food for Kids Kreationen nennen darf, hier ist wohl die Kreativität auf dem Teller das künstlerische Ergebnis und das Bild (eher Foto) ein mittel diese Kreation durch ein bild zu transportieren.

      nun erlaube ich mir, Felli´s hübschen Kerl zu zitieren, welcher auf auf einem Foto dann mit einem Blätteroverlay behübscht wurde.
      Sehe ich dieses Bild mit den begleiteten Worten "Anton ein Schnappschuss beim Spaziergang gestern" dann denke ich, das ich eine Situation auf dem bild sehe, wie sie auch in etwa so gewesen ist.
      Sehe ich das selbe Bild mit den Worten "Anton am Waldweg und die herbstliche Stimmung hat mich zu diesem bild inspiriert" so klingt das schon in Richtung künstlerischer Schöpfung, Inszenierung, egal ob die Blätter elektronisch hinzugefügt wurden, oder in mehreren Versuchen gesammelt und geworfen wurden, denn es Zählt das bild, die Komposition und nicht die art und Weise, wie das Ergebnis erreicht wurde.

      Bei so manchen Kompositionen ist es beim Betrachten klar, das sie am PC entstanden sind. little Planets, das Zurückdrehen bei den Glaskugeln, etc.
      Aber bei der heutigen Technik mit all ihren Möglichkeiten ist es klar, das die "Grauzone" groß und die Möglichkeiten schier unendlich sind.

      Da wir hier in einem familiären Fotoforum uns nicht gegenseitig austricksen wollen, auch nicht unabsichtlich (so denke ich es mir halt), ist es vielleicht gut, die unterschiedlichen Bild, Foto, Herangehensweisen zu nennen.

      Für mich wäre das:
      (beginnend mit dem, dem Original am nächsten stehenden)

      Reportage (Reportagefoto)
      Original nur "Optimiert" mit Kontrast, Helligkeit, Zuschnitt, Farbtemperatur
      Foto
      zusätzlich geschönt mit leichtem Wegstempeln störender Details, und mittleren Anpassungen.
      Fotokomposition
      ein bearbeitetes Foto als Basis, zusätzlich mit einer Verzierungstechnik ergänzt (Textur, Overlay, Colorkey, starke Vignette, etc.
      Bild
      aus zwei oder mehreren Fotos zusammengesetzt, entsprechend die Übeschneidungen angepasst.
      Bildkomposition
      Bild mit allerlei Verzierungstechniken, Ergänzungen, mit allen Möglichkeiten der elektronischen Bearbeitung verändert, die jedoch noch in etwa die Basis Fotos erkennen (zumindest erahnen) lassen.
      Abstraktes Bild
      Komposition die frei aus Fotos, im ganzen oder in teilen, und / oder reinen elektronischen Methoden geschaffen wurde.

      Jetzt fehlt mir noch so etwas komplexes wie die Tropfen Bilder aus den Tropfen Maschinen
      vielleicht "Tropfen Werkstatt Bilder" oder "xxxx Werkstatt Fotos" je nach der stärke der elektronischen Weiter Verarbeitung und mit "Nennung" der jeweiligen "Werkstätte" (hier einmal Tropfen als Beispiel)

      Ein Schlusswort noch zu jenen, die unbedingt alles so lassen wollen wie es auf dem Sensor kommt:

      ich speichere nicht in RAW, um mich dann in der JPEG Ebene, so wie sie auch aus der Cam kommt, zu bewegen, ich mache bei einem hochauflösenden (modernen)= Sensor keinen exakten Beschnitt und dafür mehrere Versuche, wenn ich das nachher besser kann, wenn ich ein bisschen Luft lasse, die verschiedenen Versuche brauche ich besser für vielerlei andere Gesichtspunkte.

      In der chemischen (analogen) Fotografie war beim entwickeln vom negativ auf Papier die Belichtungszeit Variationen zum Helligkeit Anpassen und justieren der Höhe des Kopfes (oder man hatte ein "Zoom" Objektiv auf dem Vergrößerungsapparat) gang und gebe, nur das Format ließ man meist an das verwendete Papier angepasst.

      Die "ich lasse alles so wie es ist wenn ich aufs Knöpfchen gedrückt habe" Version lasse ich von einem Fotografen nicht gelten, nur die, die mit Knips Kiste herumliefen und dann den Negativfilm mit der Bemerkung "je einmal 10x13" zu "FotoPorst" (dem späteren Fototeil vom Universalversand denke ich; wenn sich noch wer erinnert) geschickt hat, dem nehme ich das ab, aber das war kein "Qualitätskriterium" für mich, eher der "billige Standard für das gemeine Volk"

      Alles in allem ein komplexes Thema, bei dem wir uns gegenseitig helfen sollten, den jeweiligen "Bearbeitungslevel" zu erkennen, bzw den Umfang der angewandten Kreativität in Bild oder in die Scene zu erläutern.
      Damit wir dann alLe vom gleichen reden, wenn wir ein Bild oder ein Foto, eine kreative Anordnung von bunten Pixeln halt, besprechen.


      Das war mein Senf dazu
      Diejenigen, die genau wissen, warum etwas nicht geht, mögen die nicht behindern, die es schon tun!
      :wave:
      griaß eich, HELMUT
    • wo fängt, für dich, die Manipulation an ?

      Beim aufhellen von Schatten, beim setzen vom weißabgleich, beim schärfen
      oder doch erst beim wegstempeln von "unerwünschten " Dingen im bild.

      Evtl doch erst bei einen HDR, bei dem x Bilder mit unterschiedlicher Belichtung zusammengesetzt werden, beim Focus stacking von Macro Aufnahmen damit die schärfe von vorn bis hinten durchgängig ist?

      Oder doch erst wenn aus 2 unterschiedlichen Aufnahme eine gemacht wird?

      Ersteres wird sogar in der Kamera erledigt wenn du jpeg verwendest. Teilweise hast du schon die HDR Funktion in Kameras eingebaut.

      Auch zu Analogzeiten, als man noch einen Film in die Kamera legte, wurde auch schon beim entwickeln des Papierabzuges "manipuliert".

      Bei mir wird nix gestempelt ausser Sensorflecken und sollte mal ein Bild aus einigen einzelnen Aufnahmen zusammengesetzt worden sein steht das dabei.
      Gracias por un buen tiempo en el foro
      Adios

      Diskussionen, Feedback / Kritik zu eingestellten Bildern sucht man hier vergebens. Ist hier nur noch ein Bilder zeigen.
      Es sei denn man gehört zu einem erlauchten Kreis, dann wird sich gegenseitig beweiräuchert.
      :thumbup:
    • Hm, dieses Thema versuche ich ziemlich neutral zu sehen, soll heißen, ich bewerte die Art der "Herstellung" eines Bildes kaum. Ich lasse ein Bild auf mich wirken, und wenn es wirkt, so oder so, dann bin ich beeindruckt, hingerissen, gelangweilt oder was auch immer.
      Der Weg zur Entstehung des Bildes, der mich natürlich interessiert, sollte mich tunlichst nicht beeinflussen.
      Allerdings, wenn die Qualität einer allfälligen "Manipulation" nicht allzu gut ist, fließt das in meine Meinung über das Bild schon auch ein.
      Bildmanipulation (=Bildbearbeitung) per se ist natürlich ein weites Feld. Wie schon oben verschiedentlich erwähnt wurde, gibt es verschiedene Möglichkeiten der Tiefe der Manipulation.
      Für mich persönlich ist Bildbearbeitung genauso ein künstlerisches Handwerk wie das Shooting selbst. Und oft ergibt erst beides zusammen in geeigneter Weise angewendet, ein richtiges "Werk".
      Bildbearbeitung (in welcher Tiefe und mit welchem Aufwand auch immer) ist, außer bei Dokumentationsbildern, für mich meist Mittel der Wahl weil Mittel zum Zweck.
      Zweck ist hauptsächlich, dass das Bild mir gefällt (und der Wunsch, etwas "Schönes" zu schaffen) und damit geht manchmal aber natürlich nicht immer auch Akzeptanz bzw. Zustimmung der Außenwelt einher.
      Dass positive Reflexion angenehm für das Ego ist, will ich nicht abstreiten, ist aber nicht der Hauptantrieb (rede ich mir zumindest ein :) )

      LG
      aekonet
      Ich denke, dass die sogenannte dunkle Energie nur wegen eines grundsätzlichen Fehlers in der Gravitationstheorie "entdeckt" wurde.

      Der Wert oder Unwert einer Handlung ergibt sich aus der Gesamtheit ihres Kontexts heraus; schlechte Handlungen sind allgemein jene, welche die gegebene Harmonie beschädigen oder zerstören.
    • aekonet schrieb:

      Für mich persönlich ist Bildbearbeitung genauso ein künstlerisches Handwerk wie das Shooting selbst. Und oft ergibt erst beides zusammen in geeigneter Weise angewendet, ein richtiges "Werk".
      Bildbearbeitung (in welcher Tiefe und mit welchem Aufwand auch immer) ist, außer bei Dokumentationsbildern, für mich meist Mittel der Wahl weil Mittel zum Zweck.
      D' accord!

      Für mich ist das höchste Ziel nicht, etwas objektiv abzubilden (das geht ja gar nicht: Brennweite, Blende, Perspektive, etc. etc. alles subjektiv), sondern es so darzustellen, wie mein Auge+Gehirn es sehen.

      Einfaches Beispiel: real stört eine Stromleitung nicht, weil ich sie gar nciht wahrnehmen, wenn ich mich auf die Blüte konzentriere. Im Bild stört sie extrem. Also vermeide ich sie beim Foten oder retuschiere sie.
      Carpe Diem!

      OhWeh
    • Hmmm. Das ist eine gute Frage über die ich noch nicht nachgedacht habe. Ich denke, es kommt darauf an für was das Foto gemacht wurde und was das Ziel des Fotos ist. Es gibt für mich im Grunde dann 2 Arten von Fotos. Die die man bereits vor der Kamera sorgfältig komponiert und die die man dann experimentell nach dem Fotografieren bearbeitet oder Panoramas erstellt werden.

      Das ist was ich spontan sagen kann.

      Ich bin das Land. Meine Augen sind der Himmel. Meine Glieder sind die Bäume. Ich bin
      der Fels, die Wassertiefe. Ich bin nicht hier, um die Natur zu beherrschen oder sie zu
      nutzen. Ich bin selbst Natur. (Hopi)

      Romys Page
    • Wer glaubt dass Ein Meisterbild direkt aus der Kamera kommt, der irrt. Schon die raw Entwicklung ist ein Eingriff ins Bild und somit eine Manipulation, egal viel viele Regler man dreht.

      Die pure Fotografie wäre dann nur mit einer sofortbildkamera real.

      Wer glaub, dass die alten Meister im Rahmen ihrer Möglich nicht getrickst haben .... soll dies gerne tun.

      Hier 3 Links die etwas andres zeigen.

      raw-akademie.eu/de/blog/adams-hats-gemacht/
      fotokurs-bremen.de/fotografie-…ar-miteinander-verbunden/
      dw.com/de/fotograf-steve-mccur…-in-der-kritik/a-19298306

      Wo geht die Grenze? Dies soll jeder für sich definieren.
      LG Harald
    • Starke Retusche und Komposition ist im Grunde genommen eine eigene Kunst, da bin ich voll bei aekonet

      ich betrachte ein Bild und entscheide in sekundenschnelle gefällt mir was ich hier sehe oder nicht
      ob es nun eine Illusion ist oder nicht, lasse ich erstmal außen vor

      es gibt Bereiche in der Fotografie in der für mich hauptsächlich nur eine RAW-Entwicklung in Frage kommt und das ist die Wildlife-Fotografie
      mal ein Ästchen oder Grashälmchen wegstempeln ist für mich noch völlig legitim

      in der Makrofotografie wird ja auch zum Teil schwer getrickst...z.B. werden einfach Schmetterlinge von einer nicht so schönen Blüte auf eine schönere umgesetzt (das haben mir namhafte Makrofotografen unter vorgehaltener Hand auch so bestätigt)
      und da frage ich mich ernsthaft wo ist da der Unterschied ob ich es nun in der Natur oder zu Hause am PC mache?
      Sei meines Hundes Freund und du bist auch der meine :knipsi:

      Liebe Grüße

      Felli
    • ja OK, das sind dann sowieso diese "gefrorenen" Tropfenbilder. Jeder Makrofotograf muss mal ein Insekt foten, dass man unter Tautropfen nicht mehr sieht. :D

      Aber ich schweife vom Thema ab: erlaubt ist ästhetisch was gefällt, wurde auch im analogen schon immer so gemacht.

      Vom Wahrheitsgehalt her geht das oft gar nicht, sieht man ja auch bei vielen Naturfoto-Wettbewerben, wo man das RAW mit einschicken muss.

      Bilder lügen auf jeden Fall schon immer.
      Carpe Diem!

      OhWeh
    • Ich kann ja bei euren hochwissenschaftlichen Fotografiergesprächen eigentlich nicht mitreden :bag:
      Kenne es aber ähnlich von den IOFF Fotowettbewerben, wo nicht getrickst werden sollte,
      nur die üblichen Korrekturen erlaubt sind, steht genau in den Regeln dort und doch...
      Da ja inzwischen schon ein bissl erfahren in der Fotografie, seh ich eben oft die Lüge,
      auch wenn hoch und heilig geschworen wird, dass es real genauso war :D

      Was ihr auch hier bedenken sollt, dass unsere Ausstattungen sehr unterschiedlich sind
      und jemand, der z.B. wie ich mit Bridge fotografiert, mehr nachbearbeiten muss
      als mit höherwertigen Kameras und Objektiven.

      Meine normale Bearbeitung ist Tonwert, Rauschen, Schärfe, geraderichten korrigieren
      und z.B. stark störende Zweige wegmachen und sowas...
      Wenn ich mich mit PS richtig austoben will, dann schreib ich dazu, dass es Spielerei ist :D
      Macht hin und wieder Riesenpaß :round:

      Mein Senf dazu
      Pumi ;)
    • Das ist eine gute Frage.
      Aber wo fängt es an und wo hört es auf? Die Übergänge sind fließend. Da hat wohl jeder Fotograf bzw. Bildbetrachter seine eigene Anschauung. Getrickst wurde schon immer. Früher eben in der Dunkelkammer, heute am PC. Die Möglichkeiten waren früher halt mehr beschränkt als heute. Alles was machbar ist, muss aber nicht zwangsläufig gut sein.

      Für mich z. Bsp. sind die momentan typischen Landschaftsbilder, die bei div. Wettbewerben, Ausstellungen u. Reisevorträgen zu sehen sind, ein Negativbeispiel an Bearbeitung. Weite Landschaften, wo von vorne bis ganz weit im HG alles knackscharf ist, kein störendes Element mehr vorhanden ist, das Licht, die Farben geschönt bis zum Geht-nicht-mehr und da und dort, wo es gefällig hinpasst, zusätzlich was eingefügt. So schön, dass es schon wieder hässlich ist.

      Dann sehe ich Parallelen zu unzähligen Schönheits-OPs diverser Promis, bis ein Gesicht, Körper schon puppenhaft tot aussieht, glattgebügelt und ohne die kleinsten Fältchen: In der Portrait-, Aktfotografie haben wir genau dasselbe. Hochglanzmagazine mit Menschen voller kalter Porzellangesichter, perfekte Körper - in PS "erschlankt".

      Für mich soll ein Foto wenigstens annähernd noch die Wirklichkeit darstellen, ansonsten kommt es mehr "Malerei am PC" gleich. Zumindest betrifft das Natur-, Landschafts- u. Menschenfotos.
      lg Gaby
    • Was Du ansprichst, Gaby ist die Geschmacksfrage /(nicht die Frage nach dem Darf man das)

      Bei der bin ich ganz bei dir. Diese völlig perfekten Bilder, egal ob Landschaft, Makro, etc. finde ich meist nur langweilig. Der Vergleich mit Schönheits-OPs ist sehr gut. Allein schon in der U-Bahn laufen viele so geschnibbelt und aufgestylt herum, dass zumindest ich Schwierigkeiten habe, sie zu unterscheiden.

      Interessant werden Menschen genauso wie Bilder oder Musik dadurch, dass man irgendwo hängenbleibt.
      Carpe Diem!

      OhWeh
    • Ich mag' auch mal meinen Senf dazugeben... :opi:

      Persönlich bin ich kein Freund von Photoshop. In meinen Augen ist alles, was nicht mit LR geht zuviel an Bearbeitung.
      Gerade bei Landschaftsaufnahmen, Portraits usw. kann man sich ja das Motiv relativ gut wählen, sodaß keine Äste, Leitungen oder sowas stören.
      Dann muß man halt mal mit seinem Gerödel 100 Meter latschen. Ich denke mir immer, wenn man störende Elemente im Bild hat, dann hat man den Standort falsch gewählt.

      Die einzige Software, die ich neben LR benutze ist eine Stacking Software, wenn ich Astro fotografiere und teilweise bis zu 100 Aufnahmen übereinanderlegen muß.
      Das ist in meinen Augen kein "Betrug", da man ohne keine entsprechenden Belichtungszeiten hinbekommt. (Außer man würde eine getrackte Nachführung verwenden, dann ginge es auch ohne).
      LG

      Oli :kaffee:
    • Ja, man sieht hier schon ganz deutlich, wie die Meinungen zu diesem interessanten Thema divergieren. Und das ist auch gut so.
      Jeder hat seine eigene Vorgehensweise, seine Grenzen und seinen Geschmack, was Bildmanipulation betrifft - Individualismus eben :)
      Das einzige, was meiner Meinung nach nicht sein sollte, dass man seine eigene Sicht- und Handlungsweise auf andere transponiert.

      LG aekonet
      Ich denke, dass die sogenannte dunkle Energie nur wegen eines grundsätzlichen Fehlers in der Gravitationstheorie "entdeckt" wurde.

      Der Wert oder Unwert einer Handlung ergibt sich aus der Gesamtheit ihres Kontexts heraus; schlechte Handlungen sind allgemein jene, welche die gegebene Harmonie beschädigen oder zerstören.
    • Ich, die wie alle schon mitbekommen haben, mir die Manipulation von Bildern zu nutze mache, kann dazu einiges sagen:
      Bilder die ich z.b. bearbeite, müssen von Grund auf schon so gefotet werden, dass sie hintennach auch zu “Manipulation“ taugen! Also muss ich mir vorher schon Gedanken machen und dies im Vorfeld fotografisch umsetzen und dazu muss man schon auch fotografische Kenntniss haben. Also kurz um, fotografiert wird mit Bedacht!
      Dann wir getrickst was das Zeug hält!
      Es entsteht dadurch eine Illusion die gefällt oder auch nicht! Das liegt im Auge des Betrachters und da komm ich zu dem entscheidenden Punkt - WER BETRACHTET?

      Kritisch sind ja nur wir, weil wir selbst fotografieren und andere Bilder analysieren!

      Gib jemanden der mit Fotografie nix am Hut hat verschiedene Fotos in die Hand.
      Schnappschüsse, manipulierte Fotos, Fotos an denen du ewig gearbeitet hast damit es Perfekt ist... schnell zeigt sich wie die “Nicht-Fotografen“ unsere Werke sehen!
      Da ist der für uns nichtssagende Schnappschuss das beste Bild und die stundenlange Arbeit wird wortlos weitergereicht. Das kann man eben nie wissen...

      Grundsätzlich denke ich sollte man sich immer überlegen was einem selbst wichtig ist.
      Soll es ein Foto sein das einfach gefällt, will ich damit eine Diskussion auslösen, soll es Provozieren oder auch der Oma gefallen? Da geht's längst nicht mehr um das “ wie ist es entstanden“ sondern eher um “was soll es mir zeigen“?

      Wie gesagt, ich denk im Hintergrund immer daran das auch Leute ohne unser fotografisches Wissen unsere Bilder ansehen und denen ist das “wie“ egal und wird auch nicht hinterfragt!
      LG Dani
    • So viele Meinungen wie Möglichkeiten!
      Und jeder will auf seine weise das "Beste"
      Das "Beste" ist aber auch für jeden sehr subjektiv!

      Es wurde gesagt, man soll nicht die eigenen Sicht auf die anderen übertragen (wollen)!, das finde ich sehr wichtig und richtig.

      Es soll, finde ich auch, jeder von uns im Forum wissen, wie die Forenkollegen arbeiten und was sie normalerweise dazu für Bearbeitungsweisen einsetzen, oder es dazuschreiben, wenn sie zusätzlich experimentieren.
      Und das soll auch von den Anderen akzeptiert werden, das jeder seine eigenen Arbeits und Sichtweise hat.

      Ich denke, das passiert auch (fast) immer so, das macht ein kleineres familiäreres Forum wie unseres ja auch aus.

      Und wenn wir unsere Bilder "Aussenstehenden" oder "Nichtfotografen" zeigen, die sollen unsere Werke einfach nur bestaunen und sie müssen nicht wissen, wie es entstanden ist.
      Wenn mir bei einem guten Essen die Details des Rezeptes näher gebracht werden, dann schmeckt es meist weniger gut, als wenn ich mich dem reinen Genuss hingeben kann.
      so soll es auch beim Betrachten von Bildern sein, finde ich.
      Aber Forumsintern wollen wir ja nicht (nur) Bestaunen sondern auch lernen und uns gegenseitig kreativ fördern. Da sind wir unter uns und können uns gegenseitig ruhig verraten, was wir so alles treiben und trixen um den gewünschten Effekt hin zu bekommen.
      Diejenigen, die genau wissen, warum etwas nicht geht, mögen die nicht behindern, die es schon tun!
      :wave:
      griaß eich, HELMUT
    • Oli: Persönlich bin ich kein Freund von Photoshop. In meinen Augen ist alles, was nicht mit LR geht zuviel an Bearbeitung.


      Da muss ich jetzt mal weiter nachfragen, warum wird oft so abfällig über PS geredet?
      OK, Ich hab nur ein uraltes PS Elements und weiß nicht was LR kann oder nicht kann,
      aber was mein Programm kann, können andere auch, wobei ich keineswegs behaupten will,
      dass ich inzwischen alles kann, was man damit anstellen kann, aber..
      und darauf bin ich wirklich stolz, mit Zeit habe ich mit Lernen und Tun
      große Fortschritte gemacht :thumbup:
      Was also ist an PS so viel teuflischer als bei anderen Programmen ?(

      Lieb's Grüßl Pumi,
      die Expertin für dumme Fragen :D