Kulturlandschaft- Landwirtschaft

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    • Kulturlandschaft- Landwirtschaft

      Das passiert, wenn eine seit vielen Jahren brachliegende Fläche (verfilzt und teilweise verbuscht) von einem überaus engagierten Biobauernpaar durch ihre Milchkühe wieder fachmännisch beweidet wird.

      1. Aus "nur noch" ca. 50 Exemplaren Breitblättriges Knabenkraut (Rote Liste 3 in Bayern und Deutschland, in manchen Bundesländern gar schon Rote Liste 2) entwickeln sich innerhalb von 10 Jahren über 5.000 Exemplare (von den anderen Blumen und Gräsern rede ich erst gar nicht). Im HG die zugewachsene Fläche wird diesen Winter geschwendet (abgeholzt) und so für die Beweidung zurückerobert.



      2. Dieser Biobetrieb bekommt neben der Säule 1 (ca. 300 Euro pro Hektar, bekommt jeder Bauer egal was er macht) nur die Förderung für Biolandwirtschaft (bei Grünland 273 Euro pro Hektar)



      3. Auf Förderung - für z.B. Mahd erst ab 15. Juni gibt es in Bayern (VNP - Vetragsnaturschutzprogramm) 320 Euro pro Hektar (wir kennen da viele geförderte konventionelle Wiesen, die den Namen nicht verdienen, die wirklich nur Grünland sind) - wird verzichtet, weil solche Auflagen für die Naturschutz-Ansprüche des Ehepaars (die je nach Wetter auch mal zwei Wochen früher mähen, damit die Artenvielfalt so hoch bleibt) kontraproduktiv sind.



      4. Konventionelle Bauern bekommen für Wiesen mit 6 ( nur sechs!) sog. Kennarten aus einer langen Liste dazu noch mal Euro 320 pro Hektar. Lauter Extrazuckerl, die der Natur relativ wenig helfen, dem Bauern aber richtig Geld bringen. Die Wiese/Weide hier hat über 80 Arten.



      Was wir hier sehen ist eine Kulturlandschaft allererster Güte (die Wiesen und Weiden dieses Bauern sind auch immer wieder in Kino und Fernsehen zu sehen, denn es gibt nur wenige dieser Qualität in Deutschland). Hier zahle ich gerne 1,50 Euro pro Liter Rohmilch ab Hof und Euro 4,50 für 10 Eier. Hier kann ich auch Fleisch kaufen, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben, denn Kühe und Schweine führen wirklich ein glückliches Leben. Was ich hier vorstelle ist heute eine Rarität. Solche Bauern stehen sozusagen auf der Roten Liste 1 (vom Aussterben bedroht). Früher, bis zum 2. Weltkrieg war das aber ganz normal. Der Bauer wirtschaftet übrigens nach eigener Aussage auch ökonomisch sehr erfolgreich. (es gibt da jährliche Vergleiche unter den Betrieben) Ganz anders als die allermeisten konventionellen Milchbauern, die höchstens mit einer schwarzen Null abschließen.
      Carpe Diem!

      OhWeh