Stative - Wozu? Welche?

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    • Stative - Wozu? Welche?

      Irgendwann kommt beim Fotografieren die Frage nach einem Stativ auf. Brauche ich so was? Wozu?

      Was ist ein Foto-Stativ? Ein Stativ ist etwas, an dem man die Kamera befestigt, so dass man sie nicht mehr festhalten muss, ganz grob gesagt. Man kann ein Stativ auch benutzen um Blitze, Aufheller, Hintergründe, etc. "festzuhalten", aber ich beschränke mich hier mal auf den Fall: Kamera fixieren.

      Warum? Wozu?

      1. Weil man die Kamera nicht die ganze Zeit halten möchte, besonders wenn sie schwer ist.
      2. Weil man eine Verschlusszeit nehmen will/muss, bei der man frei Hand verwackelm würde, z.B. extreme Teleaufnahemn bei wenig Licht
      3. Weil man den Ausschnitt exakt festlegen will
      4. Weil man viele Bilder mit der gleichen Einstellung der Kamera machen will, z.B. bei viele ähnliche Produktfotos für Internet-Verkäufe
      5. Weil man exakt denselben Ausschnitt mehrfach fotografieren will, z.B. für eine HDR-Aufnahme, oder eine Zeitreihe
      6. Weil man die Kamera auf Millimeterbruchteile genau einstellen muß, z.B. extreme Makrofotografie
      7. ....

      Was gibt es für Stative?

      1. Das gebräuchlichste ist wohl das Dreibein.
      2. Es gibt aber auch Einbeine
      3. In Fotostudios gibt es schwere Säulenstative auf Rollen
      4. Scheibenstativ: mit Saugnapf um sie z.B. an der Windschutzscheibe zu fixieren
      5. Klemmstative für Autoseitenfenster oder Tischplatten
      6. Gorillapods, also mit biegbaren "Klammerbeinen"
      7 ....

      Einbeinstative werden typischerweise z.B. von Sportfotografen benutzt, um einerseits ihre großen Teleobjektive abstützen zu können, andererseits aber (fast) so frei agieren zu können wie frei Hand.
      Hier möchte ich nur auf die Monostats hinweisen. Der große Teller unten ist eine wirkliche Besonderheit. Ansonsten gibt es viele gute Einbeinstative in allen Preisklassen. Ein Kopf oben auf ist fast überflüssig, erleichtert aber die Montage der Kamera, besonders wenn man ein System mit Schnellwechselplatten benutzt.

      Dreibeinstative gibt es wie Sand am Meer, von Euro 19,95 inkl. Kopf bis zu Euro 1000 und mehr, ohne Kopf. So ein Billigstativ kann hervorragend sein, wenn man einen Blitz oder einen Aufheller damit festmachen will. Für die Kamera sollte ein Stativ etwas mehr können.

      Die Anforderungen widersprechen sich:
      möglichst stabil <-->möglichst leicht
      groß beim Fotografieren <--> klein beim Transport
      robust und langlebig <--> möglichst billig

      Stabil bedeutet einmal: wie viel Gewicht hält es aus. Ein gutes Stativ hat man sehr lang, deshalb ist es empfehlenswert in die Zukunft zu schauen, also nicht zu sagen "meine Bridge wiegt nur 600 Gramm" sonst kauft man anstatt eines drei Stative.
      Stabilität bedeutet auch und genauso wichtig: wie gut dämpft es Schwingungen bei Wind, wie gut dämpft es die Erschütterung durch den Verschlussablauf, Spiegelschlag, Auslösefinger.
      Am stabilsten (wenn man die Dämpfung mit einbezieht) sind gute(!) Holzstative. Die sind auch relativ preiswert, aber schwer und groß im Transport.
      Gewicht: am leichtesten bei vorgegebener Stabilität sind gute(!) Carbonstative. Leider sind die auch am teuersten.
      Groß: ideal, wenn es groß genug ist, ohne dass die Mittelsäule weit herausgezogen wird. Ausgezogene Mittelsäulen sind meistens ein Grund für Schwingungen.
      Klein: wenn ein Bein aus 4 Segmenten besteht, ist das Stativ kleiner zusammenschiebbar, als bei 3 oder 2. Aber es ist auch instabiler!
      Robust: offene Profile verschmutzen leichter, geschlossene Rohre sind prinzipiell besser; kann man das Stativ auch mit Handschuhen bedienen?
      Langlebig: hier kann man nur spekulieren, auf gute Marken vertrauen, eventuell nachfragen, wie lange es Ersatzteile gibt, aus der Vergangenheit (Fremderfahrung) schließen.
      Billig: billige Stative sollte man meiden, preiswert sollten sie sein.

      Material der Beine (Verbindungen sind fast immer aus Metall):
      Aluminium: relativ schwer, kalt an den Händen (im Winter), schwingt bei Wind gern, wenn leicht gebaut, relativ billig. Beispiele: Cullmann, Manfrotto
      Holz: schwer, warm an den Händen (im Winter), bei Wind ideal dämpfend, relativ billig. Beispiele: Berlebach, Wolf
      Carbon: leicht, warm an den Händen (im Winter), sehr steif bei wenig Gewicht, bei Wind weniger dämpfend, teuer. Beispiele: Gitzo, FLM

      Was bedeutet das in der Praxis? Lasst Euch Zeit! Schaut Euch möglichst viel Stative bei Bekannten an! Geht in ein großes Fachgeschäft und lasst Euch dort richtig teure Stative vorführen, auch wenn Ihr sie nicht zahlen könnt. Aber dann habt Ihr eine Referenz! Von da aus könnt Ihr dann Stative in Eurer Preisklasse anschauen (und entscheiden, ob Ihr mit den Kompromissen leben wollt, oder lieber noch spart).

      Bedient die Stative selbst! Es gibt Fotografen, die mögen Drehverschlüsse, andere bevorzugen Klemmhebel. Fühlt, wie leicht die Beine ausfahren, bzw. ob sie sich z.B. im aufgestellten Zustand (Mit Kamera oben drauf) problemlos einfahren lassen. (Wichtig für Ausrichten auf unebenem Boden).
      Lehnt euch im ausgefahrenen Zustand drauf: wie sehr gibt es nach? Wie steif ist es? Fährt es bei Belastung von alleine runter, weil die Klemmungen nicht fest sind?
      Hat es an der Mittelsäule einen Haken, an dem man zur Stabilisierung ein Gewicht (Rucksack) anhängen kann?
      Hat es unten Spikes? Sind die Versenkbar für den Gebrauch im Haus? Oder sind da nur Plastikkappen, die schnell verloren gehen?

      Nochmal das Wichtigste: Ein Stativ hat man lang, vielleicht ein Leben lang. Deshalb viel Zeit lassen beim Auswählen!

      So jetzt höre ich erst mal auf. Dabei bin ich auf einen Aspekt noch gar nicht eingegangen. Den genauso wichtigen Stativkopf. Der bekommt einen eigenen Thread.
      Carpe Diem!

      OhWeh
    • Ich war gerade auf der suche welche stativfüsse (hab Spikes und gummifüsse an beiden Stativen) man wann am besten nimmt. :gruebel:
      Nach längerer suche hab ich auch eine aufschlußreiche Seite gefunden 8o die ich euch nicht vor enthalten möchte.

      Das Stativ, das unbekannte Wesen

      Viel spaß beim lesen es lohnt sich. :wave:
      Gracias por un buen tiempo en el foro
      Adios

      Diskussionen, Feedback / Kritik zu eingestellten Bildern sucht man hier vergebens. Ist hier nur noch ein Bilder zeigen.
      Es sei denn man gehört zu einem erlauchten Kreis, dann wird sich gegenseitig beweiräuchert.
      :thumbup:
    • Spikes am besten auf Parkettboden, da krallt sich das Stativ so richtig fest! :omi: Die Füße hingegen am Sandstrand, damit das Stativ nicht so tief einsinkt. :opi:
      Aber Vorsicht! Lass Dich nicht von Deiner Frau erwischen ;)

      Ach ja, noch ein ernst gemeinter Tip: Bei Stativaufnahmen sollte man sicherheitshalber immer eventuelle Stabilisatoren abschalten. (egal ob im Objektiv oder im Gehäuse). Denn wenn es dumm läuft (z.B. bei ausgefahrener Mittelsäule kann das leicht passieren), dann schwingt sich der Stabi und das Stativ gegenseitig auf und das Bild wird unscharf! Bei einem Berlebachstativ und MIttelsäule drin ist es egal, ob mit oder ohne Stabi.

      Aber besser man gewöhnt es sich an: Stativ ohne Stabi. Merksatz: SOS!
      Carpe Diem!

      OhWeh
    • Bei mir wird die mittelsäule zu 99% nie ausgezogen. ;)
      Wenn ich mit Stativ fotografiere grundsätzlich mit spiegelvorauslösung und kabelauslöser, sobald ich den anstecke wird der wackeldackel von der Kamera automatisch deaktiviert.

      Und ich hab das mit den füßen immer genau andersrum gemacht. :headwall: :motzz:
      Gracias por un buen tiempo en el foro
      Adios

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      Es sei denn man gehört zu einem erlauchten Kreis, dann wird sich gegenseitig beweiräuchert.
      :thumbup:
    • Das im Blog mit den Spikes und Gummis kannst Du vergessen, behaupte ich. Da hätte ich gerne Messungen mit meiner Kamera, meinem Stativ, meinem Kopf und den diversen Obis bei diversen Verschlusszeiten. ;)
      Das erinnert mich an den Unsinn, mit HiFi-Geräten und Spikes versus Gummi (besonders bei Lautsprechern :D )

      Wenn der Gummi dämpfen soll, muß er weich sein. Und dann schaukelt er auf, besonders wenn man noch die Hand beruhigend auf das Obi legt. Voodoo!
      Spikes sind dazu da, dass das Stativ nicht wegrutscht bei unsicherem Untergrund. Gummifüße verhindern wegrutschen auf Fliesen, etc. und schonen den Boden.
      Carpe Diem!

      OhWeh
    • Ich hab hier ein paar Stative rumliegen von Berlebach, Linhof, Manfrotto, Gitzo und andere...
      Zurückgreifen und arbeiten tu ich aber dann doch am liebsten immer mit den Schwersten - seien es alte umgebaute Vermessungsstative oder "Gibraltar" und "Hercules" aus folgendem Link ->
      moogs3.com/literature/MoogS3/S…ercules_Gibraltar_SpS.pdf

      Kompromisslos und geil... :thumbup: