Stativköpfe, Schnellwechselsysteme, Einstellschlitten

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    • Stativköpfe, Schnellwechselsysteme, Einstellschlitten

      Der Stativkopf, das Bindeglied zwischen dem Stativ und der Kamera.

      Bei Billigstativen ist der Kopf fest mit dem Stativ verbunden, bei besseren Stativen ist er wechselbar. Man kann dann entweder ein fertiges Set kaufen, oder individuell zusammenstellen.
      Da für verschiedene Anwendungen verschiedene Köpfe ideal sind, ist es von Vorteil, wenn man das Stativ mit verschiedenen Köpfen verwenden kann, bzw. einen Kopf mit verschiedenen Stativen.

      Kugelkopf
      Vorteil: Hat man die Fixierung mit nur einer Schraube gelöst, so ist ein Kugelkopf in alle Richtungen verschwenkbar. Also Kippen nach links-rechts, vor-zurück und alle Winkel dazwischen, außerdem lässt sich die Kugel beliebig drehen.
      Nachteil: siehe Vorteil. Da ein Kugelkopf in alle Richtungen bewegt werden kann, ist es fast unmöglich, ihn exakt in nur einer Ebene zu bewegen.
      Universell einsetzbar, auch für Makros. Beispiele für Hersteller hochwertiger Kugelköpfe: Linhof, Cullmann, Arca-Swiss, FLM

      Panoramakopf
      Ein Drehteller, der es erlaubt, die Kamera horizontal im Kreis zu drehen, z.B. um Panoramen zu fotografieren. Dazu muss die Kopfbasis (also die Ebene auf der sich der Panoramakopf dreht) waagrecht ausgerichtet sein. Eine Dosenlibelle, bzw. zwei Röhrenlibellen im 90°-Winkel zueinander helfen da ungemein. Ein Panoramakopf ist üblicherweise mit einer Gradeinteilung versehen.
      Bei vielen Kugelköpfen ist ein Panoramateller gleich integriert. Diese Schwenkmöglichkeit ist auch dann von Vorteil, wenn man keine Panoramen erstellen will.

      Wenn man sehr oft Panoramen macht, dann ist das ausrichten des Stativs über die Beinauszüge auf Dauer mühsam. Dann sollte man entweder einen Nivellierkopf unter dem Neigekopf/Panoramakopf nachdenken oder gleich ein Stativ mit Nivellierung kaufen. Stative mit Nivellierung kosten oft nur wenig mehr als welche mit (z.B. bei Berlebach und FLM gibt es welche bei denen die Mittelsäule neigbar ist)

      2-Wege-Neiger
      Lässt sich über getrennte Achsen wie ein Panoramakopf drehen und vor-zurück kippen. Beide Achsen sind getrennt arretierbar. Kein Kippen zur Seite möglich. Für Spektive, Filmaufnahmen und für den Einsatz großer Teles geeignet. Im Gegensatz zu Kugelköpfe gibt es bei Neigern eigentlich immer einen Griff zur exakten und weichen/ruckfreien Führung. Hier empfehle ich ausnahmsweise zwei konkrete Produkte: wenn Gewicht und Geld keine Rolle spielt den Linhof PROFI 3-NEIGEKOPF/90, wenn es beste Qualität sein soll, die man noch tragen kann, den auch nicht gerade billigen Berlebach 2-Wege-Neiger Mod. 552. Natürlich gibt es gute Neiger auch woanders, z.B. bei Manfrotto, etc. Hochformataufnahmen sind mit 2-Wege-Neiger nicht möglich, dafür braucht man hier eine L-Schiene oder einen...

      3-Wege-Neiger
      Der hat zusätzlich noch eine Achse für Kippbewegungen zur Seite: links-rechts. Alle Achsen sind getrennt arretierbar. Einsatz wie beim 2-Wege-Neiger, nur mit Hochformatoption. Ist bei gleicher Qualität. teurer, größer und schwerer als 2-Wege-Neiger. Auch hier noch mal eine konkrete Empfehlung, der Berlebach 652.

      Schnellwechselsysteme
      Braucht man nicht unbedingt, ist aber wirklich sehr praktisch (Und bei vielen Köpfen, bzw. Neigern serienmäßig). An die Kamera, bzw. die Stativschelle vom (Tele-) objektiv wird einmalig bombenfest die Schnellwechselplatte geschraubt. (Man braucht also pro Kamera und Stativschelle eine Platte) Auf den Kopf einmalig die Schnellwechselbasis (auf oder an Stelle des Stativtellers). Dann kann man schnell und sicher die Kamera mit dem Stativkopf verbinden, ohne jedes mal die Stativschraube ins Gewinde drehen zu müssen. Es gibt verschiedenste Systeme, die meist nicht miteinander kompatibel sind. Ich bevorzuge das Schwalbenschwanzsystem (Stichwort Arca-Swiss) das teil- und oft vollkompatibel ist.

      Einstellschlitten
      Für (extreme) Makroaufnahmen eine große Hilfe, denn es kommt auf Bruchteile von Millimeter an, die man exakt einstellen muss. Der einfache Schlitten erlaubt Vor- und Zurückbewegungen, der Kreuzeinstellschlitten auch noch eine exakte Verschiebung nach links bzw. rechts. Hier unbedingt beste Qualität kaufen. Billigheimer, die wackeln oder ausleiern, sind rausgeschmissenes Geld, dann lieber gleich ohne. Gute kommen z.B. von Novoflex oder Really Right Stuff (die sind richtig teuer).

      Und wie auswählen?
      Ähnlich wie bei Stativen: das teuerste/beste vorführen lassen, damit man weiß, was möglich ist und dann mit dem gewünschten Budget vergleichen.
      Die angegebenen Höchstbelastungen sagen nicht viel aus, weil die Hersteller unterschiedlich konservativ sind. Die 6kg vom Berlebach 552 halte ich zum Beispiel für Unterstatement.
      Bei Köpfen und Neigern soll sich die Position nach dem Einstellen, weder beim Festziehen ändern, noch nach dem Festziehen absacken! Und zwar möglichst gar nicht!! Das nervt z.B. bei langen Teles nämlich ungemein!
      Bei offener Position sollten sich die Köpfe ruckfrei und weich bewegen (bei Kugelköpfen kann es nach längerem Nichtgebrauch notwendig sein, mal ein bisschen zu bewegen, "frei zu fahren")
      Ist die Friktion ein- und feststellbar und geht es auch mit Friktion noch weich?

      Auch hier kann man, was das Verhalten über lange Zeit angeht, nur auf Erfahrungen anderer Leute vertrauen.
      Auch hier gilt: Einen Stativkopf hat man lang, vielleicht ein Leben lang. Deshalb viel Zeit lassen beim Auswählen!

      Ich habe hier Dinge wie Getriebeköpfe, Videoneiger (Marke Sachtler), Nodaladapter, Gimbal-Aufhängungen, etc. weggelassen. Das Thema ist wahnsinnig umfangreich.
      Carpe Diem!

      OhWeh